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UNSER RÜCKBLICK AUF DAS JAHR 2017:

„Es gibt zu viele Flüchtlinge, sagen die Menschen.
Es gibt zu wenig Menschen, sagen die Flüchtlinge.“
(Ernst Ferstl)

FLÜCHTLINGSSCHUTZ Flüchtlingsschutz ist und bleibt für uns als Asylgruppe natürlich weiter das Anliegen, für das wir uns einsetzen. Anlässlich der aktuellen Entwicklungen in Syrien und Afghanistan und der sich häufenden Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer, haben wir betroffen mit vielen Aktivitäten auf die Situation von Flüchtlingen hingewiesen. Da haben wir die internationale Kampagne von Amnesty International unterstützt und das Thema auch im Bundestagswahlkampf immer wieder in die Öffentlichkeit gebracht. Schwerpunkt in der zweiten Jahreshälfte war unsere Arbeit gegen Abschiebungen nach Afghanistan.

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Öffentlichkeitsarbeit hat bei uns einen großen Stellenwert. Wann immer es uns möglich ist, organisieren wir Infostände und nehmen an Veranstaltungen teil. Da gab es außer den Wahlen in NRW und den Bundestagswahlen viel zu tun. Wir freuen uns, wenn wir eingeladen werden und unser Wissen und unsere Positionen darlegen können.

ASYLSPECHSTUNDE Natürlich informieren wir auch weiterhin Flüchtlinge in unserer Asylsprechstunde und begleiten im Asylverfahren. Dabei konnten wir im Jahr 2017 auch Erfolge verzeichnen. Ein junger Mann, der vor 3 Jahren aus der Türkei geflohen war, nahm nach seiner Ankunft in Griechenland sofort Kontakt zu uns auf. Wie begleiteten ihn dann intensiv, nachdem er in Deutschland angekommen war und freuten uns mit ihm, als er im Sommer 2017 als politisch verfolgter Flüchtling anerkannt wurde. Auch bei zwei Bloggern aus Bangladesch waren die Asylverfahren erfolgreich. Und zum Jahresende konnten wir uns über die Anerkennung eines politischen Flüchtlings aus Moldau freuen. Diese Sprechstunde ist also auch weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit.

SEELSORGE UND BERATUNG FÜR GEFLÜCHTETE FRAUEN In diesem Jahr haben wir auch mit einem weiteren Kooperationsprojekt begonnen: Gemeinsam mit der Helene-Weber-Forum, dem Katholikenrat der Region Aachen und dem Bistum Aachen bieten wir unter dem Titel: „Seelsorge und Beratung für geflüchtete Frauen“ genau diese an. Unser Amnesty-Anteil (den hier natürlich nur Frauen übernehmen) ist die Beratung im Ausländer- und Asylrecht. Immer am 1. und 3. Donnerstag im Monat, 12-14 Uhr (außer in den NRW-Schulferien), gibt es dieses Angebot im Helene-Weber-Haus (im Domviertel), Bendelstrasse 28-32, in Aachen. Mit dabei ist die Flüchtlingsseelsorgerin des Bistums.

TÜRKEI Das Thema wurde für die Amnesty-Sektionen ungemein wichtig. Unser Kollege Taner Kılıç, Vorstandsvorsitzender der türkischen Amnesty-Sektion, und unsere Kollegin İdil Eser, Direktorin von Amnesty in der Türkei, wurden im Sommer in der Türkei innerhalb eines Monats inhaftiert – in der über 55-jährigen Geschichte von Amnesty International ein einmaliger Vorgang. Neun weitere Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtler wurden während eines Workshops gemeinsam mit İdil festgenommen, darunter der deutsche Berater Peter Steudtner und Vertreterinnen und Vertreter einiger der prominentesten Menschenrechtsorganisationen des Landes. Am 25. Oktober wurden Idil Eser und die anderen Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer für die restliche Dauer des Verfahrens aus der Untersuchungshaft entlassen. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung! Der Prozess gegen die zehn Menschenrechtsverteidigerinnen und –verteidiger und Taner Kılıç ging am 22. November weiter. Trotz der überwältigenden Beweise für seine Unschuld und keinem einzigen für seine Schuld entschied das Gericht, dass Taner Kılıç weiterhin in Untersuchungshaft bleiben muss. Die Vorwürfe gegen ihn sind absurd. Ihm und den anderen Angeklagten drohen nach wie vor bis zu 15 Jahre Haft. Der Prozess wird am 31. Januar 2018 fortgesetzt. Die Anklagen gegen Taner Kılıç, İdil Eser und andere Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtler sind Teil einer Kampagne gegen kritische Stimmen in der Türkei, die auch vor den Medien nicht Halt macht: In keinem Land der Welt sitzen derzeit mehr Journalistinnen und Journalisten im Gefängnis. Seit dem gescheiterten Putschversuch wurden mindestens 156 Medienhäuser geschlossen, etwa 2.500 Medienschaffende verloren ihre Arbeit. 120 Journalistinnen und Journalisten wurden seitdem inhaftiert, viele sind seit Monaten ohne Anklage in Haft. Dazu veranstalteten wir ein Podiumsgespräch im Herbst 2017 und werden das Thema in einer Kooperationsveranstaltung im Frühjahr 2018 wieder aufgreifen.

BRIEFE GEGEN DAS VERGESSEN Als Asylgruppe wollen wir selbstverständlich auch andere Menschen über die Situation von Flüchtlingen informieren und aufklären, denn: „Deutschland muss mehr Verantwortung im Flüchtlingsschutz übernehmen!“ Unser großes Netz an „Briefen gegen das Vergessen“ -Schreibern pflegen wir mit Elan. Mit Hilfe vieler Multiplikatoren können so jeden Monat über 3000 Appellbriefe verschickt werden. Wir sind davon überzeugt: Jeder Appell zählt! Neue Unterstützerinnen und Unterstützer der Aktion sind immer willkommen!

Save-Me-Kampagne Das ganze Jahr über sind wir sehr aktiv im Rahmen der Save-Me-Kampagne. Deutschland nimmt ja nun gesetzlich verankert an dem Programm des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge teil. Aber da ist bei den Aufnahmezahlen noch deutlich Luft nach oben-derzeit 500 Personen jahrlich. Mit viel Engagement haben wir gemeinsam mit Flüchtlingen eine Ausstellung gestaltet. In dieser nehmen uns Flüchtlinge mit und lassen uns durch ihre Brille einen Blick auf Aachen werfen. Die Fotos haben sie selbst gemacht und geben dazu jeweils ein Statement ab. Diese Rollup-Ausstellung verleihen wir mit großem Erfolg und freuen uns über weitere Anfragen.

Für die Realisierung all unserer Ideen brauchen wir viel Unterstützung und freuen uns auf Gruppenzuwachs.

Kontakt Amnesty International Asylgruppe Aachen Adalbertsteinweg 123 a/b 52070 Aachen

Mail: asylgruppe-1206@amnesty-aachen.de
Hotline: +49 177 4158818 (Mo. 18-20 Uhr & Fr. 13-15 Uhr)

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