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Veranstaltung: Amnesty International lädt ein

Hilfe für Ortskräfte aus Afghanistan

Aachen

Amnesty International und die Evangelische Stadtakademie laden zu einer Veranstaltung über Afghanistan am Donnerstag, dem 25. September, um 19 Uhr in die Annakirche, Annastraße 35, in Aachen ein.

Zu Beginn des Einsatzes deutscher Soldaten in Afghanistan sprach der damalige Verteidigungsminister Peter Struck 2002 davon, dass „die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland auch am Hindukusch verteidigt“ werde. Zur Sorge um diese Sicherheit wurden für die entsendeten deutschen Soldaten im Laufe der Zeit bis zu 1500 Afghanen verpflichtet und z.B. als Dolmetscher oder Wachleute eingesetzt. Für diese sogenannten Ortskräfte entstand durch den planmäßigen Abzug der deutschen Truppen seit 2013 ein eigenes Sicherheitsproblem.

Viele von ihnen wurden von den Taliban mit Rache für ihre Zusammenarbeit mit den Deutschen bedroht. Einige sind gezielt getötet worden. Keiner dieser Helfer kann sich mehr sicher fühlen. Hat Deutschland eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen bedrohten Helfern? Sollte es ihnen den Aufenthalt in Deutschland ermöglichen und hier Zukunftsperspektiven eröffnen? Ein solches Versprechen wurde gegeben. Wird es erfüllt? Wie halten es andere am Kampfeinsatz in Afghanistan beteiligte Nationen mit ihren Ortskräften? Ist eine transnationale Lösung des ethischen Problems vorstellbar, z.B. dadurch, dass sich in dieser Frage die Europäische Union als Verantwortungsgemeinschaft begreift und gemeinsam für ihre Schutzbefohlenen handelt? Kommt solch eine Fürsorgepflicht in der europäischen Asylpolitik überhaupt vor und ist in dieser ein Schutzgedanke verankert? Über den Umgang mit den ehemaligen afghanischen Ortskräften werden sprechen: Wasim F., der als als Dolmetscher für die deutschen Einsatzkräfte in Mazare Sharif gearbeitet hat und inzwischen in Deutschland lebt, sowie Wolfgang Grenz, Mitglied der Fachkommission Asyl bei Amnesty International. Der Eintritt ist frei.