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Tickermeldung vom 1.10.2012:

EU/Flüchtlinge
Mehr Kinder und Jugendliche ohne Begleitung beantragen Asyl in EU

  Brüssel (dpa) - Immer häufiger flüchten Kinder und Jugendliche

ohne Begleitung in die Europäische Union und beantragen dort Asyl. Im vergangenen Jahr zählten die 27 EU-Länder 12 225 Asylanträge von Bewerbern unter 18 Jahren, die ohne Eltern oder Familienangehörige unterwegs waren, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Die Zahl stieg gegenüber dem Jahr 2010, als lediglich 10 845 solcher Asylanträge eingingen. Auch in den nächsten Jahren sei mit ähnlich vielen Anträgen zu rechnen, schrieb die Brüsseler Behörde. Dabei liege die Dunkelziffer deutlich höher.

   Die große Mehrheit der jungen Flüchtlinge waren Jungen, im Schnitt

zwischen 16 und 17 Jahren alt - nur wenige Mädchen machten sich alleine auf den Weg nach Europa. Fast jeder Zweite stammte aus Afghanistan, gefolgt von armen afrikanischen Ländern wie Somalia oder Guinea. Gewalt, Krieg und Hunger vertrieben Kinder und Jugendliche oft aus ihrer Heimat, schrieb die EU-Kommission. «Wir haben die Pflicht, diese Kinder zu schützen», sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. «Es bleibt viel zu tun»

   Die EU-Kommission appellierte an die Mitgliedstaaten, in ihrer

Asylpolitik kindgerechter zu handeln. Die Länder sollten ihre Daten austauschen, sich mit den Herkunfts- und Transitländern abstimmen und Projekte für unbegleitete Flüchtlingskinder besser finanzieren. In der EU wird derzeit um eine gemeinsame Asylpolitik gerungen, doch ist ein Kompromiss noch nicht in Sicht.