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Krieg, Gewalt und Vertreibung gehen an keinem Menschen spurlos vorüber. Viele Flüchtlinge haben Schreckliches erlebt. Nicht wenige leiden unter körperlichen und seelischen Verletzungen, sind traumatisiert.

Wie Mahmoud (Name geändert) aus Syrien: 2011 demonstriert er in seinem Heimatland gegen Machthaber Baschar al-Assad. Dafür wird er vom Staatsschutz festgenommen und in Haft gefoltert. Seine Peiniger fesseln seine Arme hinter seinem Rücken und hängen ihn stundenlang daran auf. Bis zur Ohnmacht treiben Sie ihm Elektroschocks durch den Körper.

Doch Mahmouds Familie gelingt es, ihn aus der Haft freizukaufen. Mit ihrem letzten Geld finanzieren sie seine Flucht. Seine Frau und seine Kinder bleiben zurück - im Visier des Regimes.

Über Libyen und Italien kann sich Mahmoud bis nach Deutschland durchschlagen. Als er im Herbst 2014 Berlin erreicht, haben sich Angst und die Erinnerung an Gewalt und Tod tief in sein Gehirn gebrannt. Damit ist er allein, getrennt von seiner Familie und in einem fremden Land. Wie viele Überlebende von Folter leidet Mahmoud unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), die sich unter anderem in Schlaflosigkeit und Angstzuständen ausdrückt. Er benötigt dringend Zugang zu professioneller Hilfe, aber der Weg dorthin ist voller Hürden.

Sie haben unsere Kampagne „Stop Folter“ bereits unterstützt. Vielen Dank dafür! Fordern Sie jetzt auch eine angemessene Gesundheitsversorgung für traumatisierte Flüchtlinge! Unterzeichnen Sie unsere Online-Petition: https://www.stopfolter.de

In Deutschland leisten rund 30 psychosoziale Behandlungszentren seit vielen Jahren Hilfe für jene Menschen, die Folter und Kriegsgewalt überlebt haben. Sei es durch medizinische Behandlungen, Psychotherapien oder schlicht Dolmetscherleistungen. Doch viele dieser Zentren sind nicht nur überlastet, sondern stehen immer wieder kurz vor dem finanziellen Aus. Der Grund: Ihre Leistungen werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Europäisches Recht verpflichtet die Bundesrepublik Deutschland dazu, traumatisierten Flüchtlingen eine angemessene Versorgung zu gewährleisten. Doch Asylsuchende erhalten in Deutschland nur eine akut notwendige medizinische Behandlung. Längerfristige Therapiemaßnahmen fallen nicht darunter.

Amnesty International unterstützt die Psychosozialen Therapiezentren. Die Bundesregierung muss gewährleisten, dass medizinisches und psychotherapeutisches Personal in Deutschland die Möglichkeit hat, traumatisierte Asylsuchende zu behandeln und sie an dafür spezialisierte Zentren zu überweisen. Diese dürfen nicht ständig von der Schließung bedroht sein - ihre Leistung muss gesichert sein. Die Bundesregierung muss für Folterüberlebende eine angemessene Gesundheitsversorgung sicherstellen. Andernfalls haben Menschen wie Mahmoud kaum eine Chance, sich ein neues Leben aufzubauen.

Werden Sie jetzt aktiv und setzen Sie sich für eine angemessene Gesundheitsversorgung von traumatisierten Folterüberlebenden ein!

Hier geht es zur Online-Petition: https://www.stopfolter.de

Vielen Dank für Ihren Einsatz!