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Nur ein Überlebender nach Tragödie im Mittelmeer

11 Juli 2012

Nur ein Mann aus Eritrea hat das Drama vor der italienischen Küste überlebt und befindet sich im Krankenhaus.

Tripolis/Genf - Mit großer Trauer erhielt UNHCR die Nachricht, dass 54 Menschen bei der Reise von Libyen nach Italien auf der See ums Leben gekommen sind. Nach Angaben des einzigen Überlebenden, einem Mann aus Eritrea, haben Ende Juni 55 Menschen die Reise aus Libyen angetreten. Er berichtete, dass die anderen Passagiere an Dehydrierung gestorben sind.

"Das ist eine Tragödie", sagte Alexander T. Aleinikoff, Stellvertretender UN-Flüchtlingshochkommissar. "54 Menschen haben ihr Leben verloren."

Fast alle Boatpeople sind verdurstet

Letzte Nacht haben Fischer den Überlebenden vor der tunesischen Küste gefunden. Diese alarmierten die tunesische Küstenwache, die den Mann rettete. Er wurde in ein Krankenhaus in Zarzis gebracht und gegen Dehydrierung behandelt. UNHCR-Mitarbeiter haben mit dem Überlebenden gesprochen, der berichtete, dass das Boot Tripolis Ende Juni verließ und einen Tag danach die italienische Küste erreichte. Der starke Wind zwang das Boot jedoch dazu, zurück aufs Meer zu fahren. Innerhalb von wenigen Tagen begann die Luft aus dem Schlauchboot zu entweichen.

Nach Angaben des Überlebenden gab es an Bord kein Wasser, so dass die Menschen innerhalb weniger Tage anfingen an Dehydratation zu sterben. Er und viele andere haben Meereswasser getrunken. Er wurde schwimmend auf den Überresten des Bootes und einem Kanister gerettet. Nach seinen Angaben waren über die Hälfte der Boatpeople aus Eritrea, darunter auch drei seiner Verwandten.

UNHCR ruft zu mehr Wachsamkeit auf

"Ich rufe alle Schiffe auf See zu erhöhter Wachsamkeit auf, wenn Migranten und Flüchtlinge Hilfe im Mittelmeer brauchen", sagte Aleinikoff. "Das Mittelmeer ist einer der verkehrsreichsten Seewege auf der Welt und es ist unerlässlich, dass die Tradition der Rettung auf See aufrechterhalten wird."

Im Jahr 2012 kamen bisher mehr als 1.300 Menschen mit dem Boot von Libyen nach Italien. Berichten zufolge befindet sich ein Boot mit 50 Eritreer und Somalier derzeit auf See. Diese weigerten sich vom maltesischen Militär gerettet zu werden.

Dieses Jahr sind aus Libyen 14 Boote mit 1.000 Personen in Malta angekommen. Zwei weitere Boote wurden durch die maltesischen Behörden abgefangen, aber die meisten weigerten sich gerettet zu werden, um weiter nach Italien reisen zu können.