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 Datum 20.08.2012 - 17:39 Uhr 

 Quelle ZEIT ONLINE

Somalia Olympia-Sprinterin als Bootsflüchtling gestorben

Samia Yusuf Omar hatte 2008 in Peking Somalia vertreten, in London wollte sie wieder antreten. Nun wurde bekannt, dass sie auf der Überfahrt nach Italien gestorben ist.

Die somalische Sprinterin und Olympiateilnehmerin Samia Yusuf Omar ist im Mittelmeer bei der Überfahrt in Richtung Süditalien ums Leben gekommen. Omar hatte 2008 bei der Eröffnungsfeier der Spiele in Peking als Fahnenträgerin ihr Land vertreten. Die 21-Jährige, die in Peking über 200 Meter antrat, war vor mehreren Monaten mit anderen Migranten an Bord eines Fischerbootes aus Libyen abgefahren, um Italien zu erreichen.

Vermutlich Anfang April kam sie bei einem Schiffsbruch im Kanal von Sizilien unweit von der Küste Maltas ums Leben. Dies berichtete am Wochenende Abdi Bile, Weltmeister über 1.500 Meter in Rom 1987, bei Feierlichkeiten anlässlich der beiden Olympiasiege des britischen Läufers Mo Farah, der in Somalia geboren wurde.

"Wir sind über Mos Erfolge sehr glücklich, wir dürfen Samias Drama jedoch nicht vergessen", sagte Bile der italienischen Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport. Samia Yusuf Omar hatte sich als 17-Jährige gegen den Widerstand in ihrer muslimischen Heimat den Olympiastart erkämpft. "Geld gesammelt, um Reise zu zahlen"

"Ich renne gegen den Hass in meinem Land und um meiner Familie zu helfen", berichtete sie damals. Nach ihrem viel beachteten 200-Meter-Lauf, in dem sie in persönlicher Bestzeit von 32,16 Sekunden den letzten Platz belegte, wurde sie von den Zuschauern frenetisch gefeiert.

"Samia wollte unbedingt an den Olympischen Spielen in London teilnehmen", berichtete Samias Trainer Mustafa Abdelaziz. Es sei aber nicht klar gewesen, ob Somalia aus Geldgründen Athleten nach London werde schicken können. "Sie hatte uns daher vorgeschlagen, allein London zu erreichen. Wir haben Geld gesammelt, um ihr die Reise zu zahlen", sagte Abdelaziz. Ihre Mutter habe sogar deswegen ein kleines Grundstück verkauft. Samia sei voller Hoffnungen abgereist. "Wir wussten, dass die Reise nach Europa gefährlich war, wir dachten jedoch nicht, dass sie das Leben verlieren würde", erklärte Abdelaziz. "Ihr Tod hat uns zutiefst erschüttert."