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Steinbrück fordert Aufnahme von mehr syrischen Flüchtlingen

Bislang sind 4.500 Syrer nach Deutschland gekommen. Nicht genug, sagt der SPD-Kanzlerkandidat. Die Merkel-Regierung müsse die Kommunen bei der Unterbringung unterstützen.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat Bund und Kommunen aufgefordert, mehr Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Die Nachbarländer Syriens hätten inzwischen mehr als einer Million Menschen Zuflucht gewährt, sagte Steinbrück der Stuttgarter Zeitung. Nach Deutschland seien bisher 4.500 Syrer gekommen. "Angesichts solcher Zahlen von einer Überforderung Deutschlands zu schwadronieren, ist absolut unangemessen", sagte Steinbrück. Von der Bundesregierung forderte er Unterstützung ein: "Man wird den Kommunen behilflich sein müssen auch mit mehr Geld."

Der SPD-Politiker warnte davor, angesichts von Konflikten um die Unterbringung von Flüchtlingen vorschnell den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit zu erheben. "Es gibt Spannungen, wenn ein nachbarschaftlicher Raum überlastet wird. Das muss man ernst nehmen", sagte Steinbrück. Es habe keinen Sinn, den Menschen gleich Fremdenfeindlichkeit zu unterstellen. "Wenn dort Fahrräder vom Hof verschwinden oder Scheiben eingeworfen werden oder die halbe Nacht Ruhestörungen erfolgen, dann haben die Bürger einfach einen dicken Hals", sagte der Kanzlerkandidat dem Blatt.

Die Bundesregierung hatte sich im März zur Aufnahme von 5.000 Menschen aus dem Bürgerkriegsland bereit erklärt. Ihre Unterbringung müssen die Länder organisieren und auch den größten Teil der Kosten tragen. Sie sind nach eigenen Angaben auf die Ankunft der Flüchtlinge vorbereitet. Wie lange die Syrer bleiben dürfen, ist unklar. Zunächst erhaltensie eine Aufenthaltserlaubnis für zwei Jahre.